SC Ettmannsdorf

-  die blau-weiße Leidenschaft

„Vorgeschichte“

Lange bevor der Sport-Club Ettmannsdorf im Jahre 1951 gegründet wurde, gab es wie in jedem Dorf natürlich genügend Sport- und Fußballbegeisterte. Die ersten Aufzeichnungen finden sich aus dem Jahre 1910, als der Männer- und Burschenverein Ettmannsdorf gegründet wurde. Innerhalb dieses Zusammenschlusses hielt man bereits Fußballspiele ab. Leider musste sich der Verein jedoch 1935 – da kirchlich – aus bekannten Gründen wieder auflösen. 1921 gründeten Studenten und junge Handwerksgesellen den DJK Fußballclub der jedoch wieder aufgelöst werden musste.

Eine Fußball-Vereinigung Ettmannsdorf (Jugend) wurde 1940 erwähnt. Direkt nach dem Krieg waren Vereine und Neugründungen von den Besatzungsmächten verboten. Simon Vielsmaier aus der hiesigen Gastwirts-Familie war im November 1945 Mitbegründer, Sponsor und Spieler des von den Amerikanern genehmigten „Red Star Schwandorf“, der seine Spiele teils auf dem FC-Platz, vornehmlich aber auf dem TSV-Platz auf dem Hubmannwöhrl austrug. Dieser Mannschaft gehörten auch die Ettmannsdorfer Erich Hellerbrand, Jakl Fischer, Josef Lingl, Johann Fischer und Xaver Kopf an.

In der damaligen Zeit pendelte der TSV Klardorf zwischen der B- und A-Klasse hin und her, bis mehrere Ettmannsdorfer beschlossen, dort Fußball zu spielen. 1950/1951 waren diese Spieler auch maßgeblich am Aufstieg des TSV Klardorf in die A-Klasse beteiligt.

Die Tatsache, dass Ettmannsdorfer Spieler „fremd“ gingen, und beim TSV Klardorf Fußball spielten, ließ die einheimischen „Altvorderen“, die sich Sonntags zum Dämmerschoppen im Gasthaus Vilsmaier trafen, nicht ruhen. Dies war aber beileibe nicht der einzige Grund, weshalb man an die Gründung eines Sportvereins dachte. In den Nachkriegsjahren konnte man die Ettmannsdorfer Dorfjugend ob Sommer oder Winter an jedem Nachmittag beim Fußballspielen beobachten, natürlich barfuß und mit alten Tennisbällen als Fußball. Bald kam man darauf, eine "wilde" Dorfmannschaft zu erstellen und gegen andere Dörfer zu spielen. So traf man sich Sonntag Nachmittag in Haselbach, um dort auf einer Wiese mit 11:0 zu gewinnen oder lieferte sich heiße Kämpfe mit den Dachelhofern, die meist sehr knapp endeten. auch mit den "Lindenviertlern" und den "Kreuzbergviertlern" maß man sich...

Von den Anfängen

Die Zeit war also reif, in Ettmannsdorf einen eigenen Sportverein zu gründen – mit Schwerpunkt Fußball. Josef Schwab als Initiator nahm die Sache in die Hand, bequatschte die „Klardorfer“ Ettmannsdorfer, sportlich in ihren Heimatort zurückzukehren und die Basis einer Mannschaft zu bilden.

So gründete man am 2. Dezember 1951 im Gasthof Vilsmaier den „Sport-Club-Ettmannsdorf“. 55 Personen waren anwesend, 29 Personen erklärten spontan ihren Beitritt, sie gelten als Gründungsmitglieder. Eine spontane Sammlung erbrachte den Betrag von 74,32 DM. Eine Vereinssatzung mit 17 Punkten wurde erstellt, u. a. Mitgliederbeitrag: 50 Pfennig, Aufnahmegebühr: 50 Pfennig, Vereinslokal: Vilsmaier, Vereinsfarben: blau/weiß.

Im gleichen Jahr wurde auch die DJK Ettmannsdorf, hervorgegangen aus der Pfarrgemeinde, wiedergegründet.

Vereinsveranstaltungen

Der Verein brauchte Geld, also hielt man noch im gleichen Jahr eine Christbaumversteigerung ab, die 356,60  DM erbrachte. Diese Christbaumversteigerungen wurden traditionell bis zum heutigen Tage fortgesetzt.

1552 startete man die erste Faschingsveranstaltung im Saale des Vereinslokals. Eintritt 1 DM, Frauen 50 Pfennig. Es spiele die Kapelle Prechtl mit 4 Mann von 20 Uhr bis 2 Uhr. Der jährliche Faschingsball des SCE ist nach über 50 Jahren immer noch wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Ettmannsdorf.

Einweihung des Sportplatzes

Zur Zeit der Vereinsgründung im Jahre 1951 gab es in Schwandorf und unmittelbarer Umgebung noch nicht allzu viele Sportvereine. TSV Schwandorf, 1. FC Schwandorf, TV Wackersdorf, 1. FC Schwarzenfeld, TSV Klardorf und ASV Fronberg. Alle anderen Vereine, wie wir sie heute kennen, wurden erst später gegründet.

Die bereits erwähnten „Heimkehrer“ vom TSV Klardorf brachten von dort noch einigen Spieler (alle aus Büchelkühn stammend) mit, hinzu gesellten sich noch weitere Ettmannsdorfer sowie einige Schwandorfer. Für den Anfang hatte man also eine schlagkräftige Mannschaft beisammen. Erster Trainer war Boris Kitas, Spielführer wurde Xaver Lingl. Ein erstes Trainingsspiel gegen den TV Wackersdorf wurde mit 7:0 gewonnen. Man spielte in folgender Besetzung: Buchner – Demleitner, Heiner Lingl – Ettl, Xaver Lingl, Kick – Köhler, Bruckner, Senftleben, Schreier, Bäuml (damals spielte man noch mit 2 Verteidigern, 3 Läufern und 5 Stürmern).

Nachdem der, der Gemeinde Ettmannsdorf gehörende Sportplatz „Am Gries“ dem Sport-Club pachtweise zur Verfügung gestellt wurde und von den Mitgliedern „fußballgerecht“ hergerichtet wurde, konnte man die Sportplatzeinweihung am 15. Juni 1952 durchführen. Im abgehaltenen ersten Derby des Sportclubs gegen den Patenverein 1. FC Schwandorf konnte man an diesem Tag mit 6:3 gewinnen. Zuvor hatte die Jugendmannschaft des SCE, die auch aufgestellt werden konnte, gegen die 2. Jugendmannschaft des 1. FC Schwandorfs mit 3:5 verloren. Die Platzeinweihung war ein voller Erfolg… nach den Spielen traf man sich zum Gartenkonzert mit gemütlichem Beisammensein im Vereinslokal.

Die 50er Jahre

Vorrangiges Ziel war der Bau der Umkleidekabine und eine Sportplatzumzäunung. Umziehen mussten sich die Spieler nämlich im Saal des Vereinslokales, von wo man über Wiesen zum 200 Meter entfernten Sportplatz zog.

Ein weiteres Problem waren die Waschgelegenheiten nach dem Spiel: entweder man wusch sich daheim, badete in der Naab (Sommer) oder benützte die 2 Wannen voll Wasser neben dem Platz…

Die Gemeinde Ettmannsdorf zeigte sich bei allen Bauvorhaben aufgeschlossen und hilfreich, jedoch sollte es bis 1956 dauern, bis die erste provisorische Umkleidekabine – 2 Räume plus Schiedsrichterkabine – fertig war. Wasser bekam man wegen fehlender sanitärer Einrichtungen von der inzwischen fertig gestellten kleinen „Fischerhütte“

Gepflegt wurden von Anfang an kameradschaftliche und gesellschaftliche Zusammenkünfte im Vereinslokal aber auch bei zahlreichen Mitgliedern. Schon sehr bald konnte eine Jugend- eine Schüler- und eine Reservemannschaft aufgestellt werden.

Von Zirkuszelten und Volksfesten


1954 wurde der Sportplatz stark in Mitleidenschaft gezogen: Zirkus Krone gastierte 3 Tage (Abkommen Stadt - Gemeinde). Der Anstoßkreis diente der Manege. Ein noch größeres Ungemach konnte gerade noch abgewendet werden: die Stadt Schwandorf suchte einen neuen Volksfestplatz. 1955 sollte das 1. Volksfest auf dem Ettmannsdorfer Sportgelände abgehalten werden. Der SC wehrte sich erfolgreich dagegen. 1957 gastierte mit Zirkus Busch nochmals ein "Fremdkörper" auf unserem Platz, für die entstandenen Schäden kam jedoch die Gemeinde auf.

Die 60er Jahre


Anfang der 60er Jahre machte sich eine gewisse "Interessenlosigkeit" der Mitglieder breit und die Nörgelei nahm zu, wohl auch bedingt wegen fehlender sportlicher Erfolge der 1. Mannschaft. Auch mussten erstmals Monatsversammlungen wegen Mangels an Teilnehmern ausfallen. Auch wurden erstmals Beitragserhöhungen vorgenommen, nicht zuletzt um den Auflagen des Bayerischen Landessport-Verbandes zu genügen.

Nach dem ersten Höhepunkt im Vereinsleben - das zehnjährige Jubiläum - das für damalige Verhältnisse in großem Stil gefeiert wurde, hieß es wieder "arbeiten". Pokalschrank vergrößern, Lagusten-Zaun um die Kabine, Außenrenovierung der Kabinen, Umzäunung des Sportplatzes mit Betonsäulen und Eisenrohren.

Große Aufregung gab es ein Jahr darauf, als die Stadt Schwandorf am Sportplatzgelände ein Beckenschwimmbad errichten wollte. Das in mühseliger Kleinarbeit entstandene Sportgelände müsse deswegen an einen anderen Ort im Dorf verlegt werden... Nach harten Verhandlungen mit der Gemeinde Ettmannsdorf, die gerne den Zuschlag für das Schwimmbad auf Ettmannsdorfer Grund bekommen hätte, konnte der Sportclub letztendlich seinen Sportplatz behalten. Die Gemeinde konnte letztendlich dem Verein keinen geeigneten Platz anbieten. Im Jahr 1963 wurde das Vereinslokal Vielsmaier wegen anderweitiger Interessen des Besitzers gewechselt. Neues Vereinslokal wurde daher das benachbarte Gasthaus "Zur Schwanne - Franz Scheuerer" und das sollte es acht Jahre lang bleiben.

Im Jahr 1964 musste mit großer Trauer Gründungsvorstand Josef Schwab zu Grabe getragen werden. Noch größere Trauer kam über den Verein, als im Juni der amtierende 1. Vorsitzende Johann Rath sen. und die Mitglieder Franz Scheuerer und H. Aumeier durch einen schweren Verkehrsunfall aus dem Leben gerissen wurden.

Auch ein sportlicher Abstieg der 1. Mannschaft nach 13 Jahren der Zugehörigkeit zur B-Klasse in die C-Klasse und die fast zwangsläufige Abmeldung der 2. Mannschaft vom Spielbetrieb, musste zu dieser Zeit verkraftet werden. Jedoch sollte von nun an ein frischer Wind in den Verein kommen, die Lethargie und Trägheit seitens der Mitglieder sollte aufhören.

1968 wurde erstmals die Mitgliedergrenze von 200 überschritten....


Weiteres folgt